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Steigerturm auf dem Kalverkamp Gemen

 

 

Ein Brand im Vorbau des Schlosses rief die Freiwilligen auf den Plan.

Es gab in unseren Lande Zeiten, da war das Vorhandensein einer Freiwillige Feuerwehr durchaus noch nicht selbstverständlich.

Im Jahre 1880 stand das Vorgebäude des Schlosses Gemen in hellen Flammen. Es diente dem landwirtschaftlichen Betrieb und wurde mit dem gesamten Rindviehbestand ein Raub des Feuers, welches sehr schnell um sich griff, obwohl in unmittelbarer Nähe genügend Wasser vorhanden war. Dieser Vorfall brachte den damaligen Standesherren der Herrschaft Gemen, Graf Friedrich von Landsberg, auf den Gedanken, hilfs- und opferbereite mutige Männer von Gemen zur Gründung eines Corps der Freiwillige Feuerwehr aufzurufen. Im Jahre 1882 waren die Vorbereitungen abgeschlossen, und es kam zur Gründung der ersten Freiwilligen Feuerwehr des Kreises Borken. Am 29. Oktober 1882 schlug die Geburtsstunde der ältesten Wehr unserer Heimat. Den Statuten wurde der Leitsatz vorrausgestellt:

„Jedes Mitglied der Wehr soll den Zweck des hohen Berufes stets vor Augen haben und des Vertrauens, das die Feuerwehren im allgemeinen genießen, sich würdig zeigen, eingedenk des Wahlspruches“

„Dem Freund zum Schutz,

dem Feind zum Trutz,

der Stadt zur Hülf` und Ehr`

steht fest die deutsche Feuerwehr.“

Die Gründer wählten Fritz Lübbering zum ersten Chef der Wehr. Obersteiger wurde A. Gahlmann, erster Schriftführer Wilh. Nienhaus. Viele Jahre hindurch leiteten sie die Wehr. Zusammen mit dem damaligen Amtmann Gaßeling betrieben sie den Aufbau der Wehr und ergänzten die anfangs sehr primitive Montur der Wehrleute. Zwei Handspritzen dienten als Löschgeräte.

Eine wesentliche Verbesserung und Ergänzung der Löschgeräte erhielten die Gemener Wehr schon im Jahre 1910, als Gemen der zentralen Wasserversorgung angeschlossen wurde. Herr Kampshoff, Gemeindevorsteher Brundert und nicht zuletzt auch Amtmann Essmeier erkannten sehr bald die Notwendigkeit, die Schlagkraft der Wehr mit der Wasserleitung zu steigern. So zeigt sich hier wie auch bei der Gründung der Wehr (und später nach dem 2. Weltkrieg der Neubau des Feuerwehrgerätehauses) der Mut der Gemener zum Fortschritt. 1910 stellte die Provenzial-Feuer-Sozietät einen Schlauchwagen zur Verfügung. Und da auch die Gemener Fa. Lühl & Söhne neues Schlauchmaterial beschaffte, konnte der Übergang zur Normalkoppelung erfolgen. Damit galt die Wehr als voll ausgerüstet. Bei dem großen Brand des Gasthofes Schmitz (jetzt Deters), bei vielen anderen Schadensfeuern und nicht zuletzt beim großen Brand in Ramsdorf im Jahre 1911 leistete die Gemener Wehr, nunmehr gut ausgerüstet, sehr erfolgreiche Arbeit, ganz im Geiste nachbarlicher Löschhilfe.

Das Jahr 1923 brachte der Gemener Wehr einen weiteren Fortschritt. Graf von Landsberg stellte der Wehr seine Motorspritze zur Verfügung, die bis dahin nur für die Schlossverwaltung Verwendung gefunden hatte. Aus der Jungabteilung wurde die Motorspritzenabteilung gegründet, die schon im November 1923 bei dem Hofbrand Meis-Kamperschröer vorzügliche Dienste leistete.

Nach einer ereignisreichen Geschichte feierte die Gemener Wehr dann ihr goldenes Jubiläum zusammen mit dem damaligen Kreisfeuerwehrverbandstag. Vier Jubilare konnten geehrt werden. Das Fest fand in einem Festzelt (wie auch beim 75- und 80 jährigen Bestehen) statt und wurde von der Kapelle Rehmann und dem MGV Gemen unter seinem Dirigenten Albert festlich umrahmt. Gemeindevorsteher Kipp überreichte den Jubilaren ein Bild, welches die vier Veteranen darstellte.

Im Gasthof Brinkhaus fand am Sonntag morgen die Tagung der Delegierten statt. Erschienen waren die Wehren aus Bocholt, Borken, Burlo, Dingden, Groß-Reken, Heiden, Klein-Reken, Krechting, Raesfeld, Ramsdorf, Rhede, Suderwick, Velen und Weseke, Behördlicherseits waren Landrat Dr. Cremerius, Bürgermeister Müller, Borken und Gemeindevorsteher Kipp, Gemen, der Einladung gefolgt. Die Leitung des damaligen Kreisfeuerwehrverbandstages lag beim stellvertr. Kreisbrandmeister Tepasse aus Rhede.Die Jahre gingen ins Land. Immer wieder setzten die Freiwilligen Feuerwehrleute von Gemen in Ernstfällen ihr Leben aufs Spiel, im Dienst der Nächstenliebe. Als aber die Gemener Feuerwehr in den „dreißiger“ Jahren zur Polizeitruppe erklärt wurde, da ging manches Alte, Schöne, Traditionelle in die Brüche. Die Willkür schaffte alles ab. Auch die bei der Jugend so bestaunte und beliebte Kletterübungen am Steigerturm fielen fort. Ein neues Reglement wurde einexerziert, so wie es an der Feuerwehrschule gelehrt wurde. Schließlich musste der Steigerturm wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Ein altes Gemener Wahrzeichen war verschwunden, aber ein neues Haus wurde dafür gebaut, das Feuerwehrgerätehaus. Mit dem Bau dieses Hauses ging ein Wunsch in Erfüllung, der noch beim 75-jährigen Jubiläum nur auf dem Papier bestand. Er hat die Schlagkraft der Jubelwehr erheblich gesteigert. Das war auch nötig, denn wie die nachfolgenden Zeiten erkennen lassen, war die Gemener Wehr seit ihrem 75-jährigen Jubiläum wieder recht oft im Einsatz.

Seit der Feier des 75 jährigen Bestehens hat sich in der Gemener Feuerwehr wieder allerhand ereignet. So wurde am 13. November 1957 der Schuhmachermeister Alwin Osing einstimmig zum Wehrführer gewählt. Die Gemeinde bestätigte die Wahl der Gemener Wehr. Laufend wurden Übungen abgehalten, um die Schlagkraft der Wehr zu erhalten und weiter zu stärken. Dazu trug auch die Beschaffung von Atemschutz- und Schaumlöschgeräten bei. Am 12. September 1959 konnte man das neue Feuerwehrgerätehaus einweihen, ein denkwürdiger Tag in der Geschichte der Gemener Wehr. 1960 wurde der Gastwirt Georg Geers zum Brandmeister befördert.

Noch vor der Neugliederung der Städte und Gemeinden hat es Alwin Osing geschafft, von der Gemeinde Gemen noch ein neues Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF8 zu bekommen. Das alte Fahrzeug hatte auch über 20 Jahre auf dem Buckel. Im Jahre 1969 wurde aus den vier selbstständigen Wehren mit Borken, Burlo, Gemen und Weseke die Freiwillige Feuerwehr Borken auf Grund der Neugliederung der Städte und Gemeinden. Die einzelnen Löschzüge sind geblieben wie vorher. Wegen Erreichen der Altersgrenze musste Alwin Osing im Jahre 1973 die Geschicke des Löschzuges Gemen in die Hände seines Nachfolgers Rudolf Rohls übergeben. Als Dank für Verdienste im Feuerlöschwesen wurde Alwin Osing zum Ehrenhauptbrandmeister ernannt und hat das Recht, zeitlebens die Uniform zu tragen. Auf Antrag der Feuerwehr wurde ihm auch noch das Bundesverdienstkreuz überreicht.

Nachfolger von Rudolf Rohls wurde Hauptbrandmeister Werner Stenpaß sen. welcher bis zum Jahre 2003 die Wehr führte. Ab dem Jahre 2003 ist der Schuhmachermeister Johannes Gehling neuer Löschzugführer.Im Jahr 2011 übernahm der stellvertretende Löschzugführer Bernd ten Have den Löschzug Gemen. Einen weiteren Führungswechsel gab es im Juli 2012. Andre Pöpping übernimmt die Aufgaben als Löschzugführer.

Der hohe Stand der Gemener Wehr und ihre guten Leistungen bei zahlreichen Einsätzen (u.a. Waldbrandkatastrophe in Celle, Hochwassereinsatz in Gemen und in Brandenburg/Lenzen an der Elbe) hat auch die Jugend begeistert. Um den Nachwuchs braucht man sich deshalb keine Sorgen zu machen. So ist die Wehr in der Lage, gleich mehrere Gruppen stellen zu können. So ist es in Gemen um das Feuerlöschwesen und damit auch um die Hilfsbereitschaft , um den guten Willen zum Einsatz für den bedrängten Nächten gut bestellt. Die Stadt darf stolz sein auf diese Männer und Frauen, die für den guten Namen ihrer Heimat das beste Zeugnis ablegen unter dem Motto:

„Gott zur Ehr! Dem Nächsten zur Wehr!“

 

 

 



Freiwillige Feuerwehr Borken -Löschzug Gemen-, Röwekamp 8, 46325 Borken-Gemen | Telefon 02861 - 80 91 03 Fax 02861 - 80 40 954